Was ist Sweatstoff überhaupt für ein Stoff?

Jeder hat ihn schon mal getragen, Sweatshirts und Kapuzensweater tragen ihn im Namen und auch die Sportwelt würde ohne ihn ziemlich alt aussehen. Die Rede ist vom sogenannten „Sweatstoff“.

Doch was ist Sweatstoff überhaupt? Wir gehen der Sache auf den Grund und beantworten Fragen zu Herstellung, Wortherkunft, Material und Typen von Sweatshirtstoff.

Definition und Herstellung

Sweatstoff gehört zur Kategorie der Maschenwaren. Er ist durch eine Struktur von senkrecht ineinandergreifenden Schlaufen gekennzeichnet.

Dabei wird eine Schlaufe in eine andere Schlaufe des gleichen Fadens geschlungen. Das Ganze geschieht maschinell und in unzähligen, simultanen Schritten. Am Ende des Prozesses entsteht eine glatte Oberfläche mit rechtsverlaufenden Maschen und eine gerippte Rückseite mit linksverlaufenden Maschen. Man sagt auch dazu, dass der Stoff „gewirkt“ wurde.

Um die Dinge nicht unnötig zu verkomplizieren, stellen Sie sich einfach einen Maschendrahtzaun vor. So ähnlich ist Sweatstoff strukturiert.

Woher kommt der Name Sweatstoff?

Sweat kommt aus dem Englischen und steht für „Schweiß“ oder „schwitzen“. Womit auch schon die Brücke zur Verwendung des Sweatstoffs geschlagen ist.

In 1920er Jahren in den USA wurde der Stoff aufgrund seiner guten Schweißaufnahmefähigkeit gerne in Sportbekleidung vernäht. Im Fachjargon sagt man dazu auch „Hygroskopizität“.

Sportler tragen Sweatbekleidung vor und nach dem Sport, weil der Stoff die Muskeln langsam aufwärmt bzw. abkühlt. Auf diese Weise trägt der Stoff seinen Teil dazu bei, Muskelverletzungen zu vermeiden.

Und auch heutzutage ist der wohlig, weiche Stoff aus Jogginghosen oder Sweatjacken nicht mehr wegzudenken.

Aus welchem Material besteht Sweat?

In der Regel besteht Sweat aus Baumwolle. Doch um Sweatshirtstoff mehr Formstabilität und Dehnbarkeit zu verliehen, mischen Textilhersteller Kunstfasern wie Polyester, Viskose oder Elasthan bei.

Etabliert hat sich ein Mix aus 80% Baumwolle und 20% Polyester. Die Baumwolle sorgt für Weichheit und Tragekomfort, Polyester für Strapazierfähigkeit und den Abtransport von Feuchtigkeit.

Um dem Bedürfnis nach nachhaltiger Mode nachzukommen, produzieren die Hersteller vermehrt Sweatshirts aus Bio-Baumwolle oder recyceltem Material.

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Sweatstoff Eigenschaften

Die Außenseite von Sweatshirtstoff ist eben und griffig, wobei die Innenseite zweierlei Form annehmen kann. Entweder ist sie dünn und strukturiert (French Terry, siehe einen Abschnitt weiter unten) oder dicker und flauschiger (Brushed, siehe ebenfalls weiter unten).

  • Angenehmes Hautgefühl
  • Atmungsaktiv (bei Mischgewebe)
  • Weicher Griff und warm
  • Strapazierfähig und dehnbar
  • Pflegeleichtes Material (teils bis 60°C waschbar)
  • Meist gut zum Bedrucken und Besticken

Was ist Sommerweat / French Terry?

Wir haben bereits von gewirktem Sweat gesprochen. Doch was genau hat das mit Sommersweat zu tun?

Sie erinnern sich noch an den Maschendrahtzaun, den wir als Metapher für die Struktur des Sweatstoffes anführten? Sommersweat, alias French Terry, zeichnet sich durch seine gewirkte und sichtbare Maschenstruktur auf der Innenseite aus.

Der Stoff ist leichter und dünner, weshalb er sich für Sweatbekleidung im Frühling oder Herbst eignet.

Sommersweatshirt in Burgundy
Leicht durch den Frühling mit einem Fruit of the Loom Damen-Sweater in French Terry.

Was ist Wintersweat?

Wintersweat unterscheidet sich zum Sommersweat durch seine angeraute, gebürstete Innenfläche (Brushed). Auch Wintersweat wird gewirkt. Doch werden die ineinandergeschlungenen Maschen angeraut, sodass ein flauschiges und wärmeres Inlay entsteht.

Neben dem Innenleben ist Wintersweat auch durch eine höhere Stoffdichte gekennzeichnet.

Zusammengefasst ist Wintersweatstoff, flauschiger, dicker und wärmer als Sommersweat.

Links eine gebürstete und rechts eine ungebürstete Innenseite
Links sehen Sie die angeraute Innenseite eines Wintersweaters und rechts die eines Sommersweater in French Terry.

  1. Sweatstoff gehört zu den Maschenwaren. Der gewirkte Stoff ist außen glatt und auf der linken Stoffseite durch ein Schlingenmuster gekennzeichnet.
  2. Der Name Sweat-Stoff kommt daher, weil er Schweiß gut aufnimmt.
  3. Verschiedene Materialien werden in ihm vernäht. Beliebt ist ein Baumwollgemisch.
  4. Der Stoff ist warm, weich, pflegeleicht, strapazierfähig, atmungsaktiv und meist gut bedruckbar.
  5. Sommersweat/French Terry ist leicht und dünn und hat auf der linken Seite das sweat-typische Schlaufenmuster.
  6. Wintersweat ist von innen gebürstet und daher flauschig und warm.